Behörden, Banken & Co.

Bankkonto einrichten

Um ein Bankkonto einzurichten, muss man folgendes beachten: Man kann nicht einfach mit dem Personalausweis auf die Bank gehen, man muss noch mindestens zwei weitere Dokumente dabei haben, auf welchen der selbe feste Wohnsitz vermerkt ist. Dabei ist es egal ob es sich um den englischen Wohnsitz handelt oder um den vorigen Deutschen. Akzeptiert werden zum Beispiel Kreditkartenabrechnung, Schriftverkehr von Versicherungen, Banken, Behörden oder Ähnliches, Mietverträge etc. Perfekt ist immer auch einen Nachweisüber einen festen Wohnsitz im Land dabei zu haben. Das Eröffnen des Kontos funktioniert ansonsten wie bekannt.
Im Unterschied zu deutschen Banken bieten Britische manche Girokonten als Pakete an, mit Zusatzleistungen wie Reisekrankenversicherung und Pannendienst-Mitgliedschaft. Das kostet dann zum Beispiel 14,50 GBP monatliche Kontoführungsgebühren alles inklusive (Auslandkrankenversicherung, Pannendienst, Online-banking, Kontoführung).

Am besten ist es, sich vorab in Ruhe im Internet über die Angebote der einzelnen Banken zu informieren. So kann man am gründlichsten vergleichen und sich nicht nur die Bank sondern auch das Wunsch-Kontopaket schon vorab aussuchen. Die größten britischen Banken sind:

Leider wird man mit einem großen Nachteil konfrontiert, wenn man als Ausländer zum Konto noch eine Kreditkarte oder Maestro EC-Karte haben will: die bekommt man nicht, weil man logischerweise keine "credit history" im Land besitzt, also SchuFa Aufzeichnungen über die Bonität. Alles was man bekommt ist eine Electron Karte. Mit der kommt man zwar innerhalb von Großbiritannien sehr weit, da man damit in sämtlichen Geschäften bezahlen und überall Geld abheben kann. Auf einigen Internetseiten ist sie sogar als Zahlungsmittel akzeptiert, aber hier wird es schon zur Glücksache. Auch an manchen deutschen Bankautomaten bekommtman Geld per Electron Karte, allerdings nicht bei vielen Filialen.
Leider kann man dagegen garnichts tun; dieses System trifft jeden der international umzieht - egal in welches Land. Man kann nur warten, bis man ausreichend "credit history" besitzt, was mindestens 6-12 Monate dauert.
Am besten ist es wenn man die Möglichkeit hat sein deutsches Konto zu behalten und somit auch die Kreditkarte und sich regelmäßig Geld darauf überweißt. Auch wenn die Gebühren für Auslandüberweisungen teilweise heftig sind - bei Barclays zum beispiel mindestens 10 GBP pauschal pro Transaktion.

Es gibt aber eine Reihe festgelegte Faktoren, die den Status der individuellen Credit History verbessern:

  • mehrere Konten eröffnen, aber nicht zu viel, z.B. ein Giro- und ein Sparkonto
  • je höher das Gehalt desto besser
  • fester Arbeitsvertrag
  • niemals den Dispo überziehen
  • Festnetzanschluß auf eigenen Namen
  • diverse storecards (Treuekarten diverse Einzelhandelsketten) besitzen
  • nicht zu oft den Wohnort wechseln
  • Bei der Bezirksamt (district council) im Wählerregister (electoral roll) eingetragen sein.


Wichtiges Vokabular:

  • Konto = account
  • Girokonto = current acount
  • Sparkonto = savings account
  • Überziehungslimit = overdraft limit
  • Zins = interest
  • Darlehen / Kredit = loan
  • Hypothek = mortgage
  • ein Konto eröffnen = to open an account
  • Einkommen = income
  • Gehalt = salary
  • Zahlungen = payments
  • Überweisung = transfer
  • Geld übeweisen = to transfer / to wire money
  • Kontoauszug = bank statement
  • Kreditkartenabrechnung = credit card statement
  • Geldautomat = ATM (Automated Telling Machine) / cash machine
  • abheben = to withdraw
  • Wechselkurs = exchange rate
  • Schulden = debts
  • Bankeinzug / Abbuchungsverfahren = direct debit
  • Geldkarte / EC-Karte = debit card
  • Kreditkarte = credit card
  • Rückzahlungeen = re-payments
  • Konto belasten mit / einziehen vom Konto = to debit the account with
  • Prozentsatz = percentage
  • Kontoführungsgebühren = account handling fees
  • Überweisungsgebühren = transaction fees
  • Umsätze = transactions


National Insurance Number

Jeder der in England arbeitet braucht zwingend eine sogenannte National Insurance Number. Sie ist das Äquivalent zur deutschen Sozialversicherungsnummer. Wer nur zum studieren übersiedelt braucht sie nicht, aber sobald man Geld verdient führt kein Weg daran vorbei. Sie erscheint auf jeder Gehaltsabrechung und man braucht sie für sämtlich behördlichen Schriftwechsel, sei es Steuererklärung, Anforderung von irgendwelchen Bescheinigungen etc.
Um die Versicherungnummer zu beantragen muß man einen Termin beim Jobcentre machen, wo man diverse Dokumente vorlegen muß, Formulare ausfüllen und diverse Fragen beantworten, wie z.B. weshalb man nach England übersiedelt etc.

Das Jobcentre ist in etwa eine Fusion aus Arbeitsamt und Sozialamt und es gibt eines in jeder halbwegs größeren Stadt. Um einen Temrin zu machen sucht man das Jobcentre seines Wohnbezirks und ruft an um einen Termin zu machen. Um das naheste Jobcentre zu finden muß man auf der website unter diesem link den postcode seines englischen Wohnsitzes eingeben. Am Telefon wird einem auch gesagt was man alles mitbringen muß an Papieren. Die wichtigsten Stücke sind:

  • Reisepaß und/oder Personalausweis
  • Arbeitsvertrag
  • Mietvertrag oder zumindest schriftliche Bestätigung des festen englischen Wohnsitzes vom Vermieter
  • Führerschein

Des weiteren ist es nützlich alle Arten von Dokumenten mitzubringen, welche die eigene Identität beweisen: Kreditkartenabrechungen, Bankauszüge, Geburtsurkunde, Abmeldebestätigung aus Deutschland (nur abmelden wenn man seinen Wohnsitz in Deutschland ganz aufgibt!) etc. Nicht all das wird gebraucht, aber es wird geraten so viel wie möglich mitzubringen und machmal wird das ein oder andere Dokument aus welchem Grund auch immer nicht als ausreichend befunden und dann ist es hilfreich Alternativen zu haben. Auch wenn auf manchen die deutsche Adresse steht, das macht nichts, es dient trotzdem als Identitätsnachweis. (Wirklich, in Sachen Bürokratie stehen uns die Engländer in nichts nach!)



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